Beta-Software

FloSync befindet sich derzeit in der Beta-Phase. Funktionen können sich schnell ändern, während wir Feedback sammeln.

Dediziertes Netzwerk einrichten

Bei Dauerinstallationen, Live-Events und Video Walls, wo Zuverlässigkeit oberste Priorität hat, ist die wirksamste Maßnahme, deine FloSync-Computer in ein eigenes privates Netzwerk zu bringen — vollständig vom Internet getrennt.

Diese Anleitung führt dich durch den Aufbau eines solchen Netzwerks und zeigt, wie du anschließend jeden Computer so konfigurierst, dass nichts die Wiedergabe stört.

Warum das Netzwerk isolieren?

Sobald deine FloSync-Computer ein Netzwerk mit anderen Geräten und Internet-Traffic teilen, konkurrieren sie um Bandbreite und sind unvorhersehbarer Latenz ausgesetzt. In einem typischen Büro- oder Veranstaltungsnetzwerk passiert Folgendes:

  • Windows Update kann die Verbindung ohne Vorwarnung auslasten
  • Cloud-Speicherdienste (OneDrive, Dropbox, iCloud) synchronisieren im Hintergrund Dateien
  • Andere Geräte erzeugen Broadcast-Traffic, den der Switch verarbeiten muss
  • Firmware-Updates des Routers können das Gateway mitten in der Vorführung neu starten
  • DHCP-Lease-Erneuerungen können die Verbindung kurzzeitig unterbrechen

In einem dedizierten Netzwerk fällt all das weg. Deine FloSync-Computer kommunizieren ausschließlich untereinander — über eine direkte Verbindung mit Sub-Millisekunden-Latenz und ohne jede Konkurrenz. Genau diesen Ansatz nutzen professionelle Broadcast-Playout-Systeme, kommerzielle Digital-Signage-Netzwerke und Live-Event-AV-Setups.

Was du brauchst

Die Hardware-Anforderungen sind minimal:

Computer Hardware Kosten
2 Ein Ethernet-Kabel ~5 $
3+ Ein unmanaged Gigabit-Switch + ein Kabel pro Computer ~20–30 $

Das war's. Kein Router, kein Modem, keine Internetverbindung. Nur ein Switch (oder ein einzelnes Kabel für zwei Rechner) und handelsübliche Ethernet-Kabel.

Hub vs. Switch: Ein Hub funktioniert zwar grundsätzlich, ein Switch ist aber in jeder Hinsicht besser — jeder Port erhält dedizierte Bandbreite statt sie zu teilen, und preislich nehmen sie sich nichts. Jeder günstige unmanaged Gigabit-Switch genügt.

Schritt 1: Hardware verbinden

Zwei Computer

Verbinde die beiden Computer direkt mit einem Standard-Ethernet-Kabel. Moderne Netzwerkadapter erkennen Crossover automatisch, ein spezielles Crossover-Kabel ist daher nicht nötig.

Drei oder mehr Computer

Schließe jeden Computer mit einem Standard-Ethernet-Kabel an denselben unmanaged Switch an.

┌──────────┐     ┌──────────┐     ┌──────────┐
│   PC 1   │     │   PC 2   │     │   PC 3   │
│  Server  │     │  Client  │     │  Client  │
└────┬─────┘     └────┬─────┘     └────┬─────┘
     │                │                │
     └────────────────┼────────────────┘
                      │
               ┌──────┴──────┐
               │   Switch    │
               └─────────────┘

Schritt 2: Statische IP-Adressen vergeben

Ohne Router ist kein DHCP-Server vorhanden, der IP-Adressen automatisch verteilt. Stattdessen vergibst du sie manuell.

Windows

  1. Öffne Einstellungen > Network & Internet > Ethernet
  2. Klicke auf den Ethernet-Adapter (er wird möglicherweise als „Unidentified network" angezeigt — das ist normal)
  3. Klicke neben IP assignment auf Edit
  4. Wechsle von Automatic (DHCP) auf Manual
  5. Aktiviere IPv4 und trage folgende Werte ein:
Computer IP-Adresse Subnetzmaske Gateway DNS
PC 1 (Server) 192.168.1.1 255.255.255.0 Leer lassen Leer lassen
PC 2 (Client) 192.168.1.2 255.255.255.0 Leer lassen Leer lassen
PC 3 (Client) 192.168.1.3 255.255.255.0 Leer lassen Leer lassen

Für weitere Computer setzt du das Schema fort: 192.168.1.4, 192.168.1.5 usw.

  1. Klicke auf Save

macOS

  1. Öffne Systemeinstellungen > Network > Ethernet
  2. Klicke bei der Ethernet-Verbindung auf Details
  3. Wähle in der Seitenleiste TCP/IP
  4. Stelle Configure IPv4 auf Manually
  5. Trage IP-Adresse und Subnetzmaske aus der obigen Tabelle ein
  6. Lass Router und DNS leer
  7. Klicke auf OK

Schritt 3: Netzwerkprofil auf Privat setzen (Windows)

Windows stuft unbekannte Netzwerke standardmäßig als Public ein und blockiert dadurch den Großteil des lokalen Traffics — einschließlich der Sync-Pakete von FloSync. Das musst du ändern.

Öffne PowerShell als Administrator und führe Folgendes aus:

# Aktuelles Profil prüfen
Get-NetConnectionProfile

# Auf Private setzen (ersetze "Ethernet" durch den oben angezeigten Namen, falls abweichend)
Set-NetConnectionProfile -InterfaceAlias "Ethernet" -NetworkCategory Private

Warum das wichtig ist: Die Windows-Firewall wendet je nach Netzwerkprofil unterschiedliche Regeln an. Im Public-Profil werden eingehende Verbindungen blockiert — auch der UDP-Sync-Traffic von FloSync. Durch das Umschalten auf Private signalisierst du Windows, dass es sich um vertrauenswürdige Rechner im eigenen Netzwerk handelt.

Schritt 4: FloSync in der Firewall freigeben

FloSync nutzt UDP-Port 9201 für die Sync-Kommunikation. Auch in einem Private-Netzwerk muss die Firewall diesen Port durchlassen.

Windows

  1. Öffne Windows Defender Firewall > Allow an app through firewall
  2. Suche FloSync in der Liste und aktiviere es für Private Netzwerke
  3. Falls FloSync nicht aufgeführt ist, klicke auf Allow another app und navigiere zur FloSync-Programmdatei

macOS

Beim ersten Start im Server-Modus fragt macOS, ob eingehende Verbindungen zugelassen werden sollen. Klicke auf Allow. Falls du den Dialog verpasst hast:

  1. Öffne Systemeinstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Firewall > Options
  2. Füge FloSync hinzu und stelle es auf Allow incoming connections

Schritt 5: Verbindung testen

Bevor du FloSync startest, überprüfe, ob die Computer sich gegenseitig erreichen können.

Öffne auf einem beliebigen Rechner die Eingabeaufforderung (Windows) oder das Terminal (macOS) und pinge die anderen an:

ping 192.168.1.2

Die Antwortzeiten sollten unter 1 ms liegen. Falls „Request timed out" erscheint:

  1. Überprüfe die IP-Adressen auf beiden Rechnern
  2. Stelle sicher, dass das Ethernet-Kabel eingesteckt ist und die Link-LED leuchtet
  3. Unter Windows: Kontrolliere, ob das Netzwerkprofil auf Private gesetzt ist (Schritt 3)
  4. Deaktiviere die Firewall vorübergehend, um das Problem einzugrenzen

Schritt 6: WLAN deaktivieren (empfohlen)

Für ein sauberes, dediziertes Setup deaktiviere auf jedem FloSync-Computer das WLAN, damit sämtlicher Traffic ausschließlich über die Kabelverbindung läuft.

Windows: Klicke auf das WLAN-Symbol in der Taskleiste und schalte es aus.

macOS: Klicke auf das WLAN-Symbol in der Menüleiste und wähle Turn Wi-Fi Off.

Internetzugang über eine zweite Verbindung

Falls du auf demselben Rechner zusätzlich Internetzugang benötigst (etwa für Fernwartung oder Monitoring), kannst du WLAN aktiviert lassen. Die beiden Netzwerke arbeiten unabhängig voneinander:

  • Ethernet (192.168.1.x): Dedizierter FloSync-Sync-Traffic
  • WLAN (dein reguläres Netzwerk): Internetzugang

Das funktioniert, weil beide Netzwerke in unterschiedlichen Subnetzen liegen. Der Broadcast-Traffic von FloSync im Ethernet-Subnetz gelangt nicht ins WLAN, und der Internet-Traffic beeinträchtigt die Synchronisierung nicht.

Betriebssystem absichern

Ein isoliertes Netzwerk eliminiert externe Störfaktoren, doch das Betriebssystem selbst kann weiterhin Probleme verursachen. Bei Dauerinstallationen und Events solltest du auf jedem FloSync-Computer die folgenden Einstellungen vornehmen.

Automatische Updates deaktivieren

Die häufigste Ursache für unerwartete Unterbrechungen bei langfristigen Installationen.

Windows:

  1. Öffne Einstellungen > Windows Update > Advanced options
  2. Pausiere Updates für den maximal verfügbaren Zeitraum
  3. Bei Dauerinstallationen kannst du den Windows-Update-Dienst auch vollständig deaktivieren:
    • Öffne Dienste (services.msc)
    • Suche Windows Update
    • Setze den Starttyp auf Disabled
    • Klicke auf Stop, falls der Dienst läuft

Vergiss nicht, Updates wieder zu aktivieren, wenn die Installation abgebaut wird oder während geplanter Wartungsfenster.

macOS:

  1. Öffne Systemeinstellungen > General > Softwareupdate
  2. Klicke auf die Info (i)-Schaltfläche neben Automatic Updates
  3. Deaktiviere alle Optionen für automatische Updates

Cloud-Speicher-Sync deaktivieren

Cloud-Sync-Dienste beanspruchen Bandbreite, CPU und Festplatten-I/O auf unvorhersehbare Weise.

Windows:

  • OneDrive: Rechtsklick auf das OneDrive-Symbol im Infobereich > Einstellungen > Häkchen bei Start OneDrive automatically when I sign in to Windows entfernen. Anschließend erneut rechtsklicken und Quit OneDrive wählen.
  • Dropbox / Google Drive: Analog vorgehen — Autostart deaktivieren und die Anwendung beenden.

macOS:

  • iCloud Drive: Systemeinstellungen > Apple Account > iCloud > iCloud Drive deaktivieren
  • Dropbox / Google Drive: Beenden und Autostart in den jeweiligen App-Einstellungen deaktivieren

Hintergrund-Apps und Telemetrie deaktivieren (Windows)

Windows führt zahlreiche Hintergrundprozesse aus, die CPU- und Festplattenlast verursachen können.

  1. Einstellungen > Apps > Autostart: Alles außer FloSync deaktivieren (falls du Launch at Login nutzt)
  2. Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > General: Alle Werbe- und Tracking-Optionen ausschalten
  3. Einstellungen > System > Notifications: Benachrichtigungen komplett ausschalten oder zumindest Banner und Töne deaktivieren

Spotlight / Suchindizierung deaktivieren

Indexierungsdienste können anhaltende Festplatten-I/O verursachen — besonders nachdem neue Inhalte auf den Rechner kopiert wurden.

Windows:

  1. Öffne Dienste (services.msc)
  2. Suche Windows Search
  3. Setze den Starttyp auf Disabled und klicke auf Stop

macOS:

  1. Öffne Systemeinstellungen > Siri & Spotlight
  2. Füge unter Spotlight Privacy das Laufwerk mit deinen Videos hinzu, um die Indizierung zu unterbinden

Bildschirmschoner und Sperrbildschirm deaktivieren

Verhindere, dass das System deine Inhalte verdeckt oder eine Anmeldung verlangt.

Windows:

  • Einstellungen > System > Power > Screen and sleep: Alle Optionen auf Never setzen
  • Einstellungen > Accounts > Sign-in options: „Require sign-in" auf Never setzen
  • Nach Screen saver suchen und auf None setzen

macOS:

  • Systemeinstellungen > Sperrbildschirm: Alle Timer auf Never setzen
  • Systemeinstellungen > Displays > Advanced: Automatischen Ruhezustand verhindern, wenn das Display ausgeschaltet ist when the display is off aktivieren

Energiesparplan auf „High Performance" setzen (Windows)

Verhindere, dass CPU und GPU während der Wiedergabe heruntertakten.

  1. Öffne Systemsteuerung > Power Options
  2. Wähle High Performance (eventuell musst du erst auf „Show additional plans" klicken)
  3. Klicke auf Change plan settings > Change advanced power settings:
    • USB selective suspend: Disabled
    • PCI Express > Link State Power Management: Off
    • Processor power management > Minimum processor state: 100 %

Vollständige Checkliste

Hardware und Netzwerk

  • [ ] Alle FloSync-Computer per Ethernet am selben Switch angeschlossen (oder direkt verbunden bei 2 PCs)
  • [ ] Statische IP-Adressen auf jedem Computer vergeben
  • [ ] Kein Router und kein Internetzugang im dedizierten Netzwerk
  • [ ] Netzwerkprofil auf Private gesetzt (Windows)
  • [ ] Firewall gibt FloSync / UDP-Port 9201 frei
  • [ ] ping-Test bestätigt Antwortzeiten unter 1 ms zwischen allen Rechnern
  • [ ] WLAN deaktiviert (oder in separatem Subnetz, falls Internetzugang benötigt wird)

Betriebssystem-Absicherung

  • [ ] Automatische OS-Updates deaktiviert
  • [ ] Cloud-Speicher-Sync (OneDrive, iCloud, Dropbox) deaktiviert
  • [ ] Unnötige Autostart-Apps deaktiviert
  • [ ] Suchindizierung deaktiviert
  • [ ] Benachrichtigungen deaktiviert
  • [ ] Bildschirmschoner und Sperrbildschirm deaktiviert
  • [ ] Energiesparplan auf High Performance gesetzt (Windows)
  • [ ] Ruhemodus und Display-Timeout auf Never gesetzt

FloSync-Konfiguration

Verwandte Themen