Für Sync optimieren
FloSync sorgt automatisch dafür, dass deine Bildschirme synchron laufen. In den meisten Setups klappt das direkt nach der Einrichtung hervorragend. Wenn du jedoch eine Video Wall baust, eine professionelle Installation betreibst oder schlicht die engstmögliche Synchronisation erzielen willst, spielen deine Entscheidungen bei Netzwerk, Hardware, Videodateien und Systemeinstellungen eine entscheidende Rolle.
Dieser Leitfaden geht jeden Faktor durch und hilft dir, ein Setup aufzubauen, das dir zuverlässig stabile Sync liefert.
Wie gute Sync aussieht
Bevor es ins Detail geht, lohnt es sich, realistische Erwartungen zu formulieren.
Menschliche Wahrnehmung: Bei echten Installationen geht es darum, dass die Wiedergabe für das Publikum optisch nahtlos wirkt.
Das Ziel von FloSync: Nach dem Verbindungsaufbau stabilisiert sich FloSync rasch und hält die Wiedergabe während der gesamten Session ausgerichtet.
Das Ziel ist keine Laborzahl, sondern nicht wahrnehmbare Sync an deinem Einsatzort. Jede Empfehlung in diesem Leitfaden beseitigt eine Quelle von Unregelmäßigkeiten, damit FloSync flüssig und stabil arbeiten kann.
Kurzfassung: Gute Netzwerkanbindung, optimierte Videodateien und ein sauber konfiguriertes System liefern die zuverlässigsten Ergebnisse.
Netzwerkkonfiguration
Das Netzwerk bildet das Fundament. FloSync-Computer kommunizieren per UDP im lokalen Netzwerk, und die Qualität dieser Verbindung wirkt sich unmittelbar auf die Sync-Stabilität aus.
Kabel vs. WLAN
Für Video Walls und sync-kritische Installationen ist kabelgebundenes Ethernet dringend empfohlen. WLAN bringt Schwankungen mit sich, die sich nur schwer kontrollieren lassen.
Für verteilte Setups (etwa einzelne Fernseher in einem Ladengeschäft, die alle dasselbe Werbevideo zeigen) reicht WLAN vollkommen aus. Stehen die Bildschirme nicht direkt nebeneinander, fallen kleine Zeitunterschiede nicht auf, und FloSync hält alles nah genug beisammen. Wenn WLAN die Installation vereinfacht, spricht nichts dagegen.
| Kabel-Ethernet | WLAN | |
|---|---|---|
| Latenz | Gleichmäßig | Schwankend |
| Paketverlust | Nahezu null | Abhängig von Störquellen |
| Ideal für | Video Walls, nebeneinander stehende Bildschirme | Einzelbildschirme in getrennten Bereichen |
| Empfehlung | Erste Wahl für sync-kritische Setups | Ausreichend, wenn Bildschirme nicht gemeinsam betrachtet werden |
So einfach wie möglich
Je weniger Netzwerk-Hops zwischen deinen Computern liegen, desto besser:
- Optimal: Alle FloSync-Computer am selben Switch
- Gut: Im selben Subnetz, über ein bis zwei Switches verbunden
- Vermeiden: Verbindungen, die Router, VLANs oder Subnetzgrenzen überqueren
Ein einfacher unmanaged Gigabit-Switch genügt. Managed Switches funktionieren ebenso: achte nur darauf, dass nichts den UDP-Verkehr auf Port 9201 filtert oder drosselt.
Dediziertes Netzwerk (optional, aber ideal)
Für besonders anspruchsvolle Installationen empfiehlt sich ein eigenes Netzwerk ausschließlich für FloSync:
- Ein separater Switch, an dem nur deine FloSync-Computer hängen
- Kein anderer Datenverkehr, der um Bandbreite konkurriert
- Kein Risiko durch Netzwerkengpässe anderer Geräte
- Jeder Computer kann bei Bedarf über einen zweiten Netzwerkanschluss auf das Internet zugreifen
Für die meisten Setups ist das nicht nötig, aber es beseitigt jegliche Netzwerkschwankungen.
Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein isoliertes Netzwerk ohne Internetzugang (einschließlich Maßnahmen gegen Hintergrund-Updates, Cloud-Sync und andere Störfaktoren auf Betriebssystemebene) findest du unter Dediziertes Netzwerk einrichten.
Firewall- und Port-Anforderungen
FloSync nutzt zwei Ports:
- UDP 9201, auf jedem Computer, für die Sync
- TCP 9202, auf dem Computer im Server-Modus, zum Versenden von Inhaltsdateien an die Clients
Stelle sicher, dass:
- die Firewalls aller Computer FloSync zulassen, oder UDP 9201 und TCP 9202 freigeben
- keine netzwerkseitigen Firewalls oder Filter den UDP-Verkehr zwischen deinen Rechnern blockieren
- du in einem Firmennetzwerk dein IT-Team bittest, UDP 9201 und TCP 9202 im lokalen Subnetz freizugeben
Ist 9201 offen und 9202 nicht, synchronisieren sich deine Bildschirme normal, aber der Import von Inhalten vom Server schlägt fehl: eine Kombination, die sich später nur schwer diagnostizieren lässt. Gib beide Ports frei.
Plattformspezifische Anleitungen findest du unter Netzwerk-Sync: Firewall-Konfiguration.
Wahl des Videoformats
Das Videoformat hat direkten Einfluss auf die Sync-Konsistenz und ist eine der am einfachsten zu verbessernden Stellschrauben.
Warum das Encoding für Sync wichtig ist
FloSync hält die Computer während der Wiedergabe automatisch ausgerichtet. Sync-freundliche Videoformate erleichtern diesen Prozess und machen ihn berechenbarer.
Gängige Auslieferungsformate aus Kameras, Schnittprogrammen und dem Web sind auf Dateigröße optimiert. Für sync-kritische Installationen eignen sich Produktionsformate in der Regel besser, weil sie sich maschinenübergreifend gleichmäßiger verhalten.
Sync-freundliche Formate liefern insbesondere bei Multi-Computer-Video-Walls ein stabileres Verhalten über lange Laufzeiten.
Unsere Empfehlung
H.264 All-Intra ist unser empfohlenes Format für alle Plattformen. Es bietet zuverlässige Sync-Leistung, hardwarebeschleunigte Wiedergabe und kleinere Dateien als andere All-Intra-Codecs. ProRes LT und DNxHR HQ sind ebenfalls unterstützte Alternativen und stehen dir auf macOS und Windows gleichermaßen zur Verfügung.
Vor dem Transcodieren testen
Möglicherweise musst du deine Inhalte gar nicht neu kodieren. Wir stellen Beispielvideos in verschiedenen Formaten bereit, damit du die Sync-Qualität auf deiner eigenen Hardware vergleichen kannst, bevor du dich für ein Format entscheidest.
Wenn es dann ans Konvertieren geht, macht das integrierte Transcodier-Panel die Arbeit leicht: Format auswählen, Dateien in die Warteschlange stellen, fertig. Externe Tools sind nicht nötig.
Formatvergleiche, Beispiel-Downloads und manuelle FFmpeg-Befehle findest du im Leitfaden Videovorbereitung.
Identische Dateien auf allen Computern
Im Netzwerk-Sync sollte jeder Computer eine identische Kopie derselben Videodatei besitzen:
- Keine Formate mischen (z. B. ProRes auf einem Rechner, H.264 auf einem anderen)
- Dateien auf den lokalen Speicher jedes Computers kopieren statt von einer Netzwerkfreigabe abzuspielen
- Selbst bei identischem Bildinhalt können Encoding-Unterschiede Drift verursachen
Loop-Modus
Wenn deine Inhalte in Dauerschleife laufen (wie bei den meisten Digital-Signage- und Video-Wall-Installationen), hat die Wahl des Loop-Modus erheblichen Einfluss auf die Sync-Qualität im Langzeitbetrieb.
Standard-Looping
Im Standardmodus kann am Loop-Punkt ein kurzer, sichtbarer Übergang entstehen. Das passiert nicht bei jeder Datei und nicht auf jedem Rechner, aber auf einer Video Wall, die stundenlang läuft, fällt genau so etwas auf, wenn es doch vorkommt.
Über eine lange Session summiert sich das zu einem insgesamt weniger gleichmäßigen Bild als bei Nahtlos-Looping.
Nahtlos-Looping
Nahtlos-Looping beseitigt den Übergang am Loop-Punkt, sodass deine Inhalte ohne sichtbare Grenze durchlaufen. FloSync bereitet deine Videos beim Start von „Live starten“ vor; dabei siehst du kurz den Schritt „Video wird optimiert“. Bei größeren Dateien dauert das etwas länger.
Nahtlos-Looping funktioniert mit MP4- und MOV-Dateien. Andere Formate fallen automatisch auf Standard-Looping zurück, ohne dass FloSync das anzeigt. Fällt dir also ein Flackern am Loop-Punkt auf, prüfe zuerst das Dateiformat. Alle drei empfohlenen Formate erfüllen die Bedingung bereits: H.264 All-Intra (.mp4), ProRes LT (.mov) und DNxHR HQ (.mov). Liegen deine Inhalte als MKV, AVI oder WebM vor, konvertiere sie vor der Installation im Transcodier-Panel.
| Standard | Nahtlos | |
|---|---|---|
| Loop-Übergang | Möglicherweise kurze Lücke am Loop-Punkt | Keine sichtbare Grenze |
| Formate | Jedes unterstützte Video | MP4 und MOV; alles andere fällt auf Standard zurück |
| Audio | Unterstützt | Unterstützt |
| Ideal für | Einfache Setups, maximale Kompatibilität | Video Walls, VJ-Loops, Digital Signage |
Unsere Empfehlung
Verwende Nahtlos-Looping bei jeder Installation, bei der die Wiedergabequalität Priorität hat, und liefere deine Inhalte als MP4 oder MOV, damit sie dafür infrage kommen. Nahtlos ist die Standardeinstellung.
Den Loop-Modus kannst du in den Einstellungen ändern.
Hardware und GPU
Einheitliche Hardware auf allen Computern
Wenn mehrere Computer synchron laufen sollen, ist Gleichmäßigkeit entscheidend. Unterschiede bei GPU, CPU oder Speicher-Performance können sich über die Zeit auf die Laufruhe auswirken.
Für bestmögliche Sync:
- Verwende nach Möglichkeit das gleiche Computer-Modell für alle Stationen
- Sorge mindestens für die gleiche GPU-Generation auf allen Rechnern
- Alle Maschinen sollten über SSD-Speicher verfügen (keine Festplatten)
GPU und Video-Decodierung
Moderne GPUs übernehmen die Video-Decodierung in Hardware: Das ist schneller und gleichmäßiger als Software-Decodierung. FloSync nutzt die Hardwarebeschleunigung automatisch, sofern verfügbar.
Für beste Ergebnisse:
- Verwende eine dedizierte GPU (keine integrierte Grafik) für 4K-Inhalte
- Halte GPU-Treiber aktuell
- Vermeide GPU-intensive Anwendungen neben FloSync
- Nutzt du mehrere Bildschirme pro Computer, stelle sicher, dass die GPU die gesamte Pixelausgabe bewältigt
Speichergeschwindigkeit
Formate mit hoher Bitrate wie ProRes und DNxHR benötigen schnellen Speicher:
- SSD (intern oder USB 3.0+): Empfohlen für alle Formate
- NVMe-SSD: Ideal für 4K ProRes/DNxHR
- USB 2.0 oder Festplatten: Kommen bei hoher Bitrate oft nicht mit
- Netzlaufwerke: Nicht empfohlen, immer lokalen Speicher verwenden
Systemkonfiguration
Kleine Details auf Systemebene machen bei lang laufenden Installationen oft einen erstaunlichen Unterschied.
Ruhemodus und Energiesparen deaktivieren
Ein Computer, der in den Ruhemodus fällt oder die Leistung drosselt, unterbricht die Sync.
Windows:
- Einstellungen > System > Power > auf Höchstleistung oder Beste Leistung stellen
- Bildschirm-Timeout und Ruhezustand in den Energieeinstellungen deaktivieren
- USB Selective Suspend deaktivieren (kann Probleme mit Displayadaptern verursachen)
macOS:
- Systemeinstellungen > Displays > Erweitert > Automatischen Ruhezustand verhindern, wenn das Display ausgeschaltet ist aktivieren
- Systemeinstellungen > Sperrbildschirm > Bildschirmschoner und Display-Ruhezustand auf Nie setzen (oder ein sehr langes Intervall wählen)
- Für Kiosk-Setups empfiehlt sich
caffeinateim Terminal
Automatische Updates deaktivieren
Nichts stört eine laufende Installation schneller als ein unerwarteter Neustart.
Windows:
- Windows Update während des Events oder Installationszeitraums pausieren
- Automatische Treiberaktualisierungen nach Möglichkeit deaktivieren
- Nutzungszeiten so festlegen, dass sie den Betriebszeitraum abdecken
macOS:
- Systemeinstellungen > Allgemein > Softwareupdate > automatische Updates während der Installation deaktivieren
Nicht benötigte Anwendungen schließen
Jede Anwendung, die um CPU, GPU und Arbeitsspeicher konkurriert, entzieht der Videowiedergabe Ressourcen:
- Browser, E-Mail-Clients und Chat-Programme schließen
- Nicht benötigte Autostart-Programme deaktivieren
- Unter Windows Hintergrunddienste so weit wie möglich reduzieren
- Benachrichtigungen deaktivieren, damit keine Pop-ups über Vollbildinhalten erscheinen
Bildschirmschoner und Sperrbildschirm
Stelle sicher, dass der Computer während der Wiedergabe weder sperrt noch einen Bildschirmschoner anzeigt:
- Bildschirmschoner vollständig deaktivieren
- Sperrbildschirm und Passwortabfrage nach dem Ruhezustand deaktivieren
- FloSync hält den Computer wach, solange eine Show läuft, aber die Bildschirmschoner-Einstellung ist davon unabhängig
Regelmäßige Neustarts einplanen (Dauerinstallationen)
Läuft deine Installation tage- oder wochenlang unbeaufsichtigt, plane auf jedem Computer einen täglichen Neustart ein, zum Beispiel um 2:00 Uhr nachts oder wann immer dein Veranstaltungsort geschlossen ist.
Warum das wichtig ist: Computer, die tagelang ohne Neustart durchlaufen, driften nach und nach auseinander. Rechner, die am Tag der Inbetriebnahme perfekt ausgerichtet waren, sind eine Woche später weniger gut ausgerichtet, und keine Software kann das im laufenden Betrieb auf Dauer vollständig auffangen.
Ein Neustart setzt diesen angesammelten Zustand zurück: Alles beginnt von vorn, die Hardware-Temperaturen normalisieren sich, und die Wiedergabe startet aus einem sauberen Zustand. Aus demselben Grund planen professionelle Digital-Signage-Systeme, Broadcast-Playout-Server und AV-Installationen routinemäßig nächtliche Neustarts: Das ist Branchenstandard, keine Notlösung.
FloSync ist dafür ausgelegt. Mit aktiviertem FloSync beim Anmelden starten und Automatischem Live-Start startet deine Installation nach einem Neustart automatisch wieder: FloSync öffnet sich, verbindet sich erneut mit dem Netzwerk und geht ohne manuelles Eingreifen live. Da der Neustart außerhalb der Betriebszeiten stattfindet, bekommt dein Publikum nichts davon mit.
So planst du Neustarts:
Windows:
- Öffne den Aufgabenplanung und erstelle eine neue Aufgabe
- Setze den Trigger auf Täglich zur gewünschten Uhrzeit (z. B. 2:00 Uhr)
- Setze die Aktion auf
shutdown /r /t 0
macOS:
- Führe im Terminal
sudo pmset repeat restart MTWRFSU 02:00:00aus
Die Optimierungs-Checkliste
Nutze diese Liste als Referenz beim Aufbau einer sync-kritischen Installation.
Netzwerk
- [ ] Alle Computer per kabelgebundenem Ethernet verbunden
- [ ] Alle Computer im selben Subnetz
- [ ] Idealerweise am selben Switch angeschlossen
- [ ] Firewall erlaubt FloSync, oder UDP 9201 und TCP 9202
- [ ] Keine Netzwerkfilter blockieren UDP zwischen den Rechnern
Videodateien
- [ ] Videos in einem sync-freundlichen Format kodiert (mit dem Transcodier-Panel oder laut Videovorbereitung)
- [ ] Identische Dateien auf den lokalen Speicher jedes Computers kopiert
- [ ] Dateien auf SSD gespeichert (nicht auf Netzlaufwerk oder USB 2.0)
- [ ] Wiedergabe auf jeder Maschine einzeln getestet, bevor es live geht
Software-Einstellungen
- [ ] Nahtlos-Looping in den Einstellungen aktiviert, mit Inhalten als MP4 oder MOV (sofern Inhalte in Schleife laufen)
- [ ] Server-/Client-Netzwerksynchronisierung konfiguriert und verbunden
- [ ] Globale Leinwanderweiterung auf jedem Computer eingerichtet (bei Video Walls)
- [ ] Standard-Sync-Toleranzen beibehalten (nur bei Bedarf anpassen)
System
- [ ] Energieplan auf Höchstleistung gesetzt (Windows) bzw. Ruhemodus deaktiviert (macOS)
- [ ] Automatische Updates pausiert oder deaktiviert
- [ ] Bildschirmschoner und Sperrbildschirm deaktiviert
- [ ] Nicht benötigte Anwendungen geschlossen
- [ ] GPU-Treiber aktuell
- [ ] Täglicher Neustart für unbeaufsichtigte Installationen eingeplant (mit FloSync beim Anmelden starten und Automatischer Live-Start aktiviert)
Vor dem Live-Start
- [ ] Zuerst den Server starten, dann die Clients verbinden
- [ ] Initiale Sync-Phase abwarten, bevor du die Qualität beurteilst
- [ ] Statusanzeigen beobachten und stabile Wiedergabe bestätigen
- [ ] Testdurchlauf vor dem Event oder der Eröffnung durchführen
Immer noch Probleme?
Wenn du diesen Leitfaden befolgt hast und weiterhin Sync-Probleme auftreten:
- Wirf einen Blick in die Fehlerbehebung: Dort findest du Lösungen zu konkreten Symptomen
- Prüfe die Diagnose-Logs, die Sync-Ereignisse aufzeichnen und bei der Ursachensuche helfen
- Teste mit unseren Beispielvideos, um Encoding-Probleme auszuschließen
- Kontaktiere uns mit deinen Logdateien: Wir helfen dir bei der Diagnose
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